Zwei Dutzend «GROSSE WEINE» aus der Pfalz

17 Winzer des Pfälzer Barrique Forums präsentierten letzten Freitag im Ketschauer Hof zu Deidesheim 24 Weine, die zuvor in einer Blindprobe von einer unabhängigen Verkoster-Jury mit mindestens 4 von 5 Punkten bewertet wurden. Sie dürfen seitdem den vereinsinternen Titel „GROSSER WEIN“ tragen.

Deidesheim – Ab sofort ist die Pfalz noch reicher, als sie es ohnehin schon ist: Die Winzer des Pfälzer Barrique Forums, das mittlerweile 18 Jahre alt und somit volljährig ist, haben vergangenen Freitag im Ketschauer Hof zu Deidesheim ca. 100 Fachbesuchern von Gastronomie, Fachhandel und Presse die neue Kollektion von 24 "Großen Weinen" vorgestellt. Die fünf Weiß- und 19 Rotweine von 17 Produzenten waren im Januar von einer 20-köpfigen, unabhängigen Jury in einer zwei-tägigen verdeckten Verkostung von 120 Weinen nicht nur als die besten ausgewählt, sondern auch mit mindestens 4 von 5 Punkten bewertet worden.

Das Pfälzer Barrique Forum ist eine 1993 gegründete Vereinigung von mittlerweile 48 Mitgliedern/Weingütern, die sich weißen und roten Spitzenweinen verschrieben haben, die, wie international üblich, in kleinen Eichenholzfässern ausgebaut werden. Weißweine müssen für mindestens 6 Monate in getoasteten Barriques reifen und dürfen frühestens 12 Monate nach der Lese vermarktet werden, um den Titel „Großer Wein“ führen zu können. „GROSSE“ Rotweine liegen mindestens ein Jahr lang im Fass und kommen frühestens 20 Monate nach der Lese in den Verkauf.

Die in Deidesheim erstmalig präsentierten Großen Weine der Kollektion 2011, die am 12./13. Mai 2011 im Kurhaus in Bad Dürkheim auch der breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird, stammen aus den Jahrgängen 2009 (5 Weißweine), 2008 (10 Rotweine) und 2007 (8 Rotweine). Die prämierten Weißweine wurden aus den Burgundersorten Chardonnay und Weißburgunder erzeugt; die Roten aus Spätburgunder, Frühburgunder, St. Laurent, Dornfelder, Dunkelfelder, diversen Cabernet-Sorten und Merlot.

Wie Weinjournalist Stephan Reinhardt vom Deutsch-Schweizer Feinwein-Newsletter „Weinwisser“ während der Präsentation betonte, haben die Pfälzer Winzer mit Spät- und Frühburgunder sowie dem noch raren St. Laurent „gleich drei hochwertige Rotweinrebsorten von internationaler Klasse im Anbau. Auf entsprechenden Böden und mit behutsamem Ausbau lassen sich daraus seidigelegante Weine mit verführerischen Fruchtaromen und großer Finesse erzeugen.“
Überzeugende Weine mit intensiver Beerenfrucht, feiner Würze und kraftvolleleganter Struktur kommen aber auch als Cuvées auf den Markt. Reinhardt: „Sie zeigen, dass sich internationale Klassiker wie Cabernet Sauvignon und Merlot auch mit heimischen Sorten wie Dornfelder, Dunkelfelder und Spätburgunder gut vertragen können.“

 

Der Weinjournalist betonte jedoch auch, dass Pfälzer Rotweine mit ausreichender Konzentration und Reife „ohne jeden schmeichelnden Restzucker und auch ohne typische Holzfassnoten und -tannine auskommen müssten, um ihre im Weinberg angelegte Qualität offenbaren zu können“. Auch wäre es ihrem Genuss „noch förderlicher, wenn sie weniger wuchtig wären und 14 Volumenprozent Alkohol nicht überschreiten würden“.

 

Ohnehin aber wird der Name von den Forumsmitgliedern gerade neu überdacht. „Denn so wichtig das Eichenfass für die Entwicklung des deutschen Rotweins vor 20 Jahren auch war, so selbstverständlich und gekonnt wird es heute verwendet“, so der Deidesheimer Önologe Klaus Briegel, kommissarischer erster Vorsitzender des Forums. Künftig wollen sich die Mitglieder des Barrique Forums daher noch strengere Regeln , bzw. Vorgaben für die Weingartenarbeit auferlegen. Auch sollen „nicht mehr nur einzelne Weine in den Vordergrund gestellt werden, sondern noch mehr als  bislang die Betriebe selbst“, so Briegel weiter.

 

Dazu besteht Anlass. Denn die Pfälzer Formus-Weingüter werden mittlerweile immer mehr von aufstrebenden Youngsters geprägt wie den Gebrüdern Andreas und Steffen Rings sowie Jürgen Krebs aus Freinsheim, Erich Stachel (Weingut Stachel) und Frank Höhn vom Immengarten Hof aus Maikammer, Philipp Kiefer vom Weingut Aloisiushof in St. Martin,Weingut Langenwalter in Weisenheim/Sand, Stern in Hochstadt, Weingut Theodorushof und Klein aus Hainfeld, oder auch Wageck-Pfaffmann in Bissersheim.

 

Wie die aktuelle Kollektion Großer Weine zeigt, sind die „Forumianer“ auf einem guten Weg: Ihre Weine werden immer besser und doch ist Bedarf nach kritischem Austausch mit externen Weinexperten und Winzerkollegen, die nicht dem Forum angehören, ungestillt. Interne Weinverkostungen international herausragender Weine sollen künftig dabei helfen, das sensorische Profil für große Weine im internationalen Maßstab zu schärfen. Dabei soll die Eigenständigkeit nicht aus den Augen verloren werden: Denn ein großer Pfälzer Wein ist und bleibt etwas Besonderes.

 

 

Weitere Informationen erteilt Klaus Briegel, Tel. 06326/980400, infonospam@weinlabor-briegel.de
Homepage: www.barrique-forum.de

 

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